Milchvieh


Am den Standort Rotschau halten wir 1.300 Milchkühe sowie
900 Nachzuchtrinder.

Ein Team mit derzeit 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter der Leitung von Landwirtschaftsmeisterin Diana Lenk-Gläser und Tierärztin Christine Gumpert betreut eine der besten großen Milchviehherden in Sachsen.

Die geprüfte Milchleistung je Kuh und Jahr lag im vergangenen Milchwirtschaftsjahr bei 12.383 kg mit Gehalten von 4,3% Fett und 3,4% Eiweis.

Unsere Kühe werden in einer 2011-14 komplett neu erreichteten und 2018-20 nochmals erweiterten Stallanlage gehalten. Sämtliche Stallungen "aus DDR-Zeiten" wurden inzwischen stillgelegt. Damit bestehen für unsere Milchkuhherde beste Bedingungen in Bezug auf Bewegungsfreiheit, Zugang zu Futter- und Wasser, Liegekomfort, Sauberkeit und Lichteinwirkung. Jede Kuh kann sich bis auf die Zeit des Melkens frei bewegen und hat dafür eine mehr als 8 qm große freie Bewegungsfläche sowie eine bequeme, dick eingestreute Liegefläche zur Verfügung. In den großvolumigen Stallhallen herrschen unter den gedämmten Dächern durch spezielle Belüftungs- und Befeuchtungseinrichtungen hervorragende Klimaverhältnisse. Die besonders sensiblen Färsen und Jungkühe erhalten darüber hinaus Auslauf unter freien Himmel. Über den mit klauenfreundlichen Kunststoffelementen ausgestatteten perforierten Laufboden wird anfallender Kot und Harn schnellst möglich abgeführt. Das dreimalige Melken je Tag erfolgt über eine leistungsfähige Karussellmelkanlage in jeweils nur knapp vier Stunden Melkzeit für alle zu melkenden Kühe. Durch die Aufteilung der Herde auf kleinere Gruppen, welche mehrmals täglich beobachtet werden sowie elektronische Überwachungseinrichtungen werden erkrankte Kühe schnell erkannt und umgehend fachgerecht behandelt. Es befindet sich täglich ein Tierarzt/eine Tierärztin in der Anlage. In der Regel sind weniger als 1% der Milchviehherde klinisch erkrankt und in Behandlung. Der Einsatz von Antibiotika beschränkt sich auf wenige akute Behandlungsfälle. Die Milch von behandelten Tieren wird entsprechend der behandlungsspezifischen Vorschriften nicht in den Verkehr gebracht. Für die optimale Betreuung der Herde und die schnelle, Erfolg versprechende Behandlung erkrankter Tiere beschäftigen wir mehrere, fest bei uns angestellte Spezialisten, so eine Tierärztin, eine Herdenmanagerin, einen Klauenpfleger, speziell geschulte Maschinisten, Melkerinnen und Melker, Kälberverantwortliche, Techniker und weitere in dem 22 Mitarbeiter umfassenden Team. Grundlage für die betriebliche Qualifikation ist der Beruf Tierwirt.
Gesunde Kühe (i.d.R. 99% der Herde) erhalten keinerlei Medikamente.
Die Kühe gehören zur Rasse Holstein-Friesian. Durch die Auswahl geeigneter Bullen bei der künstlichen Besamung werden die prägnanten Merkmale der Herde ständig weiter entwickelt. Dabei werden auch fortschrittliche Methoden der Biotechnologie angewendet, wie die Genotypisierung der Kühe als ein Werkzeug zur optimalen Anpaarung mit den ebenfalls genotypisierten Vererbern. Dabei handelt es sich allerdings um nichts anderes als die Fortsetzung der seit Jahrtausenden betriebenen Zucht der Rinder auf bestimmte Selektionsmerkmale.

Unsere Kühe verbleiben für eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa 6 Jahren in unserem Bestand. Vor dem Erreichen ihrer natürlichen Lebenserwartung werden Sie meistens auf Grund funktionaler Einschränkungen schonend zu einem nahe gelegenen Schlachthof (Bayreuth oder Altenburg) transportiert und dort geschlachtet. Kuhfleisch ist übrigens ein wichtiges Ausgangsprodukt für Hamburger. Es ist auch Bestandteil diverser Wurstsorten.

Die Milch wird von unserem Partner Käserei Bayreuth eG (Bayernland-Gruppe) hauptsächlich zu Mozarella und Hartkäse, daneben auch zu Butter und Sahne weiterverarbeitet.

Das Futter für die Tiere besteht zu etwa gleichen Teilen aus einsiliertem Wiesengras und Mais, außerdem aus Getreideschrot, Rapsschrot (Rückstand aus der Rapsölgewinnung), Biertreber (Nebenprodukt bei Bierbrauen), Maiskörnern und Mineralstoffen. Sämtliche Futtermittel sind garantiert gentechnikfrei erzeugt. Etwa zwei Drittel des eingesetzten Futters erzeugen wir selbst. Zugekaufte Futtermittel stammen ausschließlich aus Deutschland oder der EU. Eine Ausnahme besteht bei Sojamehl, welches größtenteils aus der Ukraine stammt.

 


Grundsätzliches zur Milch und zur Milchviehhaltung

Kuhmilch und zumindest ein Teil der daraus gewonnenen Produkte (diejenigen Produkte ohne viel Zucker und künstliche Beimengungen) sind, in Maßen verzehrt, gesunde Lebensmittel. Das liegt an ihrem Gehalt an hochwertigem Eiweiß und einer ganzen Reihe von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Da es die Milch auch laktoserei gibt, kann sie praktisch jeder vertragen. Bei einer so bedeutenden Lebensmittelgruppe gibt es selbstverständlich, wie bei anderen Nahrungsmitteln auch, konträre Auffassungen zu ihrem Nutzen. Man sollte hier vorsichtig gegenüber extremen Positionen sein. Vorbehalte sind oft ethisch motiviert und entstammen einer undifferenzierten Beurteilung der heutigen Milchviehhaltung. Der Wert der Milch für eine gesunde Ernährung ist um so größer, je besser sie in ein ausgewogenes, auf Qualität ausgerichtetes Ernährungsverhalten eingeordnet wird.

Der Bedarf an Milch ist generell sehr hoch, da z.B. für 1 kg Käse im Schnitt ca. 10 kg Rohmilch benötigt werden. Die Jahreserzeugung in Deutschland als einem  bedeutenden Erzeugerland beträgt aktuell 28 Mrd. kg von knapp 4 Mio Kühen. Ein nicht unbedeutender Teil verarbeiteten Produktion wird exportiert, hauptsächlich in die übrige EU, aber auch nach China und in andere Länder weltweit. Es spricht wenig dagegen, den Produktionsumfang, und damit die Tierhaltung mehr dem heimischen Bedarf anzupassen.

Die Produktion ist sehr aufwendig, da sie von der möglichst tiergerechten und gleichzeitig auf hohe Leistungen ausgerichteten Haltung der Milchkühe abhängt. Letztere tragen trotz 10.000jähriger Domestikation immer noch die Eigenschaften des ursprünglichen Steppentieres in sich, was bei der unvermeidlichen Stallhaltung vor allem einen großen Platzbedarf für die Mindestanforderungen an Bewegungsfreiheit zur Folge hat. Ist der Stall optimal ausgelegt, zieht ihn die Kuh fast immer einer alternativ angebotenen Auslaufweide vor, wie die Erfahrungen von Praktikern belegen. Zusammen mit der auf Lebensmittelproduktion ausgelegten Melktechnik, den Vorratslagern für die ganzjährige, weil gleichmäßige Silagefütterung und der Technik für die Futtererzeugung ist ein Kapitalaufwand von mehr als 10.000 € je Kuhplatz erforderlich. Der Arbeitsaufwand beträgt 35 bis 50 Stunden je Kuh und Jahr, so dass ein Landwirt/Mitarbeiter 50 bis 70 Kühe betreuen kann. Hinzu kommen die Kosten für die eingetzten Konzentratfuttermittel wie Getreideschrot, Rapsschrot und Mineralstoffe. Im Ergebnis werden die Produktionskosten oft nur bei den überdurchschnittlichen Produzenten gedeckt, was das permanente Aufgeben von jährlich 5 bis 10% der aktuell etwa 60.000 inländischen Milchviehhalter zur Folge hat. Die Gewinnspannen in den folgenden Stufen der Wertschöpfungskette bis zum Regal im Lebensmitteleinzelhandel sind ebenfalls gering. Letztlich kann der Verbraucher davon ausgehen, beim Kauf von Milchprodukten in der Regel ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen. In der gesellschaftlichen Debatte über die Tierhaltung wird dieser Aspekt gerne unterschlagen.

 


 

 

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